Futterverbauch Winter 2018/2019


#1

Wir haben inzwischen den Futterverbrauch aller Völker in der Schweiz ausgewertet und grafisch aufbereitet:

Seit Ende August beträgt also die durchschnittliche Gewichtsabnahme pro Volk 12 kg. Interessant ist der Vergleich zum Vorjahr:

Offensichtlich hatten wir im Herbst 2017 (-12 kg) eine deutlich grössere Gewichtsabnahme zu verzeichnen als im Herbst 2018 (-8 kg). Vermutlich war im Herbst 2018 die Läppertracht ergiebiger als im Jahr zuvor, was den Unterschied erklären könnte.

Dagegen hatten wir in beiden Winter einen ziemlich gleichbleibenden Verbrauch von <1 kg / Monat. Seit Mitte Februar hat die Bruttätigkeit fast überall eingesetzt und der Verbrauch hat sich bei 2 kg / Monat eingependelt analog zum letzten Jahr.

Entscheidend für die Bewertung der Futtervorräte wir sein, ab wann die Tracht einsetzt. Im letzten Jahr war dies Mitte April der Fall, d.h. es sollten jetzt noch deutlich mehr als 2 kg Futter in den Völker vorhanden sein, sonst kann es kritisch werden.

Zusammenfassend muss man die Gewichtsabnahme im Herbst besonders gut beobachten, da diese grösseren Schwankungen ausgesetzt ist. Hat man keine Stockwaage installiert, macht eine manuelle wiegung mitte Oktober Sinn, da sich zu diesem Zeitpunkt der Verbrauch eingependelt hat und man den Futtervorrat besser bewerten kann.


#2

Danke für diesen spannenden Beitrag. Mich erstaunt die sehr hohe Abnahme von 3.5kg/mte und 5.5 kg/mte resp. in den Monaten Sept. und Oktober.

Wenn ich bei meinen Waagen in diesem Zeitraum nachschaue, dann scheint mir die hohe Gewichtsabnahme im Zusammenhang mit der Fütterung zu stehen. Eventuell das Eindicken des Sirups…? Später Bruteinschlag kann ich ausschliessen, da meine Wirtschaftsvölker meist ab Mitte Oktober brutfrei sind. Ich finde es auf jeden Fall auffällig, dass sobald die Fütterung beendet ist, sich die Kurven - in beiden Jahren - markant abflachen. Aber ob das bei allen untersuchten Waagen so ist …?

Die Abnahmen können bis Anfangs resp. Mitte April noch bis auf 1.5 kg/Woche hochgehen. Bis der Massenwechsel abgeschlossen ist, das Bienenvolk wieder anfängt zu wachsen und genug frischer Nektar von draussen reinkommt, vollbringt der Bien während der Durchlenzung im Frühjahr Höchstleistungen. Immer wieder beeindruckend sind die grossen Brutflächen und die dazu vergleichbare kleine Bienenmasse…


#3

Es ist in der Tat richtig, dass sich in den Monaten August bis Oktober Futterverbrauch und Gewichtsabnahme wegen eindicken des Sirups überlagern. Jetzt könnte man spekulieren, dass im letzten Herbst aufgrund der teilweise späten Tracht allgemein die Imker weniger gefüttert haben?

Die Gewichtsabnahme im April ist definitiv ein delikates Thema, da sich starker Aufbau der Bienenmasse mit der einsetzenden Tracht überlagert. Im schlimmsten Fall gibt es Ende April nochmals einen Kälteeinbruch und dann muss man durchaus bei starken Völker nochmals mit 1.5 kg Abnahme pro Woche rechnen.


#4

Wie hoch (müM) stehen deine Völker, dass diese ab ca mitte Oktober Brutfrei sind? Bei mir war bis spät ins Jahr Brut vorhanden.


#5

280müM und 380 müM.

Ich beobachte eine beinahe Brutfreiheit seit 3 Jahren bei Wirtschaftsvölkern (2-3 jährige Königinnen), die weder schwärmten, noch in irgendeinerweise geschröpft wurden. Besonders wenn sie sehr stark sind und der August und September heiss und trocken. Allerdings findet sich - sofern der November und Dezember mild sind und das sind sie hier oft - später wieder mehr Brut.

Jungvölker brüten durch und sind je nach ‘Strenge des Winters’ erst im Januar brutfrei.