Wenn das Schwarmgeschehen überhand nimmt


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Das unstetige Wetter hat leider vielerorts die Frühtracht zunichte gemacht und so haben die Bienen wie es scheint sich vorallem auf die Vermehrung fokussiert.

Hat es aber in diesem Frühjahr nun wirklich mehr geschwärmt als im Vorjahr, oder ist es nur ein Gefühl, da in den Tagen mit etwas besserem Wetter sich gleich alle Völker gleichzeitig rausstürzen?

Konkret hatten wir bis zum 23. Mai im letzten Jahr 54 Vorschwärme gemessen bei insgesamt 300 überwachten Völker. D.h. es sind bis dahin 18% aller Völker einmal geschwärmt. In diesem Jahr ebenfalls am 23. Mai zählen wir bereits 139 Vorschwärme bei 600 Waagen also haben 23.2% aller Völker bereits geschwärmt. Wir haben also in der Tat mehr Schwärme verglichen mit dem Vorjahr aufgezeichnet.

Die folgende Grafik zeigt die Tage mit den Anzahl Schwärmen und ob es sich um einen Vor- oder Nachschwarm handelt. Als Resultat der vielen Vorschwärme, nehmen inzwischen die Nachschwärme überhand. Dies zeigt exemplarisch wie schwierig es ist, einen Nachschwarm zu verhindern, selbst wenn man durch unseren Alarm über den Vorschwarm informiert ist.

Gleichzeitig befinden wir uns in der Testphase für den neuen Brutraumsensor, was uns inzwischen interessante Einblicke in das Schwarmgeschehen geliefert hat. So haben wir inzwischen Daten von fünf Schwarmabgängen inklusive Brutraumtemperatur aufzeichnen können.

Man sieht sehr gut die kurzzeitige Temepraturerhöhung während des Schwarmabganges:

Ins Detail gezoomt:

Wie man sieht, beginnt der Temperaturanstieg erst kurz vor dem eigentlichen Schwarmabgang und somit lässt sich kein frühzeitiger Schwarmalarm mit der Temperaturmessugn realisieren. Der Temperaturanstieg beträgt übrigens immer 1.5 bis 2°C und dies unabhängig ob die Bienen in der Schweiz oder an der Nordsee stehen und ob der Schwarm 1 kg oder 3 kg schwer ist.

Übrigens haben sich inzwischen auch andere Anwendungsfelder für den Brutraumsensor ergeben, so messen wir damit inzwischen auch Gewässertemperaturen, z.B. die vom Zürichsee in Rapperswil-Jona.