Zwischenbilanz zur Schwarmsaison 2018


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Jetzt da wir uns mitten in der Schwarmsaison befinden, möchten ich mal eine Zwischenbilanz unserer Beobachtungen schildern. Einige Eckdaten:

  • Bis jetzt wurden 59 Schwärme detektiert
  • Wovon ca. ein Viertel (!) von selbst wieder zurückgeflogen ist
  • Während Schlechtwetterphasen nutzen die Bienen jede kleinste Wetterbesserung zum Schwärmen
  • Erster Schwarm wurde Morgens 10:04 und letzter Schwarm Abends 17:54 (!) gemessen

Bereits im letzten Jahr hatten wir eine sehr hohe Rate an von selbst zurückgekehrten Schwärmen, was sich in diesem Jahr erneut bestätigt hat. Über die Gründe hierzu können wir nur spekulieren, vermutlich war es schon immer so nur hat es niemand bemerkt.

Anbei ein paar schöne Beispiele wie verrückt es zu- und hergehen kann. Es gilt zu beachten, dass in allen Beispielen die Sprungbereinigung aktiviert ist, so dass die eigentliche Gewichtsabnahme durch den Schwarm nicht wirklich ersichtlich ist und deshalb rot markiert wurde.
Untenstehend ein Fall wo ein Volk jeweils mehrere Anläufe gebraucht hat und dann schlussendlich viermal erfolgreich abgeschwärmt ist (Weiselzellen wurden nicht ausgebrochen):

Dann ein anderes verücktes Beispiel, wo das Waagvolk zweimal geschwärmt und zurückgekehrt ist. Beim zweiten Versuch ist vermutlich ein Schwarm vom Nachbarvolk, der das Vorhaben ebenfalls abgebrochen hat, im Getümmel wohl in das Waagvolk zurückgekehrt:

Eine interessante Frage ist, wie stark ein Schwarm den Honigeintrag negativ beeinflusst. Hierzu haben wir zwei verschiedene Szenarien beobachtet, welche in etwa gleich häufig eintreten. Im ersten Szenario schwärmt ein sehr starkes Volk, wobei in der Folge Entwicklung und Honigeintrag nicht massiv beeinträchtig sind:

so auch hier:

Vermutlich sind diese Völker so stark, dass ein Abgang selbst von 2-3 kg Bienen keine dramatische Auswirkung auf das zurückbleibende Volk hat, natürlich vorausgesetzt die neue Königinn wird erfolgreich begattet. Und dann gibt es das zweite Szenario, wo ein eher schwaches Volk schwärmt, und in der Folge Stillstand herrscht:

zweites Beispiel:

Im Unterschied zu den beiden vorherigen Fällen, stoppt der Eintrag unverzüglich und das Gewicht nimmt in der Folge nicht mehr zu, selbst bei anhaltender Tracht. Interessant ist, weshalb die doch eher schwachen Völker trotzdem schwärmen. Vielleicht sind diese mit der Behausung oder dem Standort nicht zufrieden?

Und zum Schluss noch ein Beispiel, wo ein Volk geschwärmt hat und sich anschliessen gut entwickelt hat. Beim anschliessenden Zellenbrechen durch den Imker um Nachschwärme zu vermeiden, ist aber etwas schiefgegangen, was man durch den plötzlichen Stillstand in untenstehender Grafik sieht:

Zusammenfassend ist das Schwarmverhalten der Bienen hochinteressant und komplex. Dank HiveWatch erhalten wir vertiefte Einblicke, aufgrund dessen man Schwärme nicht grundsätzlich als negativ im Hinblick auf den Honigeintrag ansehen muss. Oft sind fehlerhafte Manipulation durch den Imker wesentlich gravierender.