Explodierende Einträge und Vorschwärme im Juni

Dass dieses Jahr ein Rekordjahr werden könnte, hat sich bereits im Frühling abgezeichnet. Nachdem nun die Schlechtwettereriode vorbei ist, explodieren die Einträge förmlich. Ein extremes Beispiel aus einer Alpenrosentracht ergab an einem einzigen Tag 10 kg an Eintrag!

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Obiges Besipiel zeigt auch, wie grosss die Unterschiede selbst zwischen den Spitzenvölker sein können. So hat das zweite Waagvolk in derselben Zeit „nur“ etwas mehr als die Hälfte eingetragen, was bei Tageszunahmen von 5 bis 10 kg einen entscheidenden Unterschied ausmacht.

Nebst den Alpenrosen honigen in diesem Jahr auch Linde und der Wald wodurch auch im Flachland die Beutengewichte steigen. Dadurch sind auch mit Standimkerei in diesem Jahr Spitzenerträge pro Volk möglich, wenn alles Zusammenpasst wie im folgenden Beispiel aus dem Schweizer Mitelland:

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Dies schlägt sich in der Summe auch in der Landesstatistik nieder, wo wir zum jetzigen Zeitpunkt über 20 kg Eintrag pro Volk haben mit weiterhin steigender Tendenz. Eine Trachtlücke gab es fast nicht und lediglich die Schlechtwetterperiode Anfangs Juni in der Schweiz konnte die Zunahmen kurzzeitig bremsen.

Schwarmstimmung nimmt erneut zu

Wie man untenstehender Grafik entnehmen kann, verzeichnen wir in den letzten Tagen sogar wieder einen Anstieg in der Schwarmtätigkeit. Ein grosser Teil der Schwarmabgänge ist auf Völker in den Alpen zurückzuführen aber auch im Flachland gibt es immer noch vereinzelte Schwärme:

Auch hier können wir einen neuen Rekord vermelden: Am 21. Juni ging am frühen Nachmittag in den Alpen ein Schwarm ab, der das Gewicht der Beute um sagenhafte 6.74 kg erleichterte!

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Man könnte noch das Voralpenland erwähnen, das seit 3 Wochen keine Zunahmen hat. :slight_smile:

Eigentlich sollte man ja meinen, dass solch riesige Ertäge nur positiv zu werten ist!

Dem ist leider nicht so.

Positiv natürlich für die Geldbörse des Imkers. Ansonsten aber ist solch eine riesige Honigmenge pro Volk genau so negativ zu werten, wie 12.000 l Milchleistungen/Jahr von Kühen - die Tiere werden schlichtweg auf maximalen Ertrag getrimmt. Das Tier selbst, seine Gesundheit, seine Überlebenschancen spielen keine Rolle mehr.

Ähnliches erlebe ich derzeit in der Südpfalz: In kleinen Seitentäler der Haardt sind z.T. pro Quadratkilometer bis zu 300 Wanderbeuten. Das ist schlichtweg industrialisierte Imkerei mit all seinen Konsequenzen.

Charly

Danke Silvio für diese Analyse. Informativ und spannend.